5 alte Lebenslauf-Tipps und dringende Anpassungen

Wer nach Tipps und Vorlagen für den Lebenslauf sucht, wird schnell fündig. Bereits auf den ersten Seiten bei der Google Suche reihen sich die Ergebnisse aneinander. Die meisten Ergebnisse, die den Aufbau und die Struktur (Länge, Aufteilung, Informationsangaben) eines Lebenslaufes betreffen, sind auch in Ordnung

Für Inhalte gelten neue Regeln!

Neben den Hilfestellungen für die Struktur des Lebenslaufes gibt es dann noch die Tipps zu den Inhalten. Hier wird es tricky. Denn viele Tipps sind zu allgemein gehalten und auch nicht auf die Arbeitswelt von morgen angepasst.

Wir haben einmal fünf Tipps für euch herausgesucht, die wir auf der ersten Seite von Google gefunden haben und die wir so nicht stehen lassen wollen. 

Lest hier, wie wir die folgenden fünf Ratschläge auf die Arbeitswelt 4.0 anpassen würden und holt euch am Ende des Artikels weitere kostenlose Karriere-Hacks!

Fail 1:
Verwende relevante Fachbegriffe und
Reizwörter aus der Stellenanzeige.

Dieser Ratschlag mag gut gemeint sein, führt aber bei den meisten Bewerbern nur zu leeren Worthülsen und ein Copy & Paste der Stellenanzeige. 

Steht in der Stellenanzeige zum Beispiel, dass ein “Organisationstalent” gesucht wird, solltet ihr dieses Schlüsselwort nicht einfach nur übernehmen. Versucht lieber zu überlegen, welche Projekte und Erfahrungen von euch zu diesem Wort passen und beschreibt diese.

Schreibt also weder in den Lebenslauf noch in das Anschreiben “Als Organisationstalent habe ich…”. Beschreibe durch deine Aufgaben und Projekte, dass du ein Organisationstalent bist. 

Stelle dir am hierbei folgende Fragen: Was macht ein Organisationstalent aus? Was sucht das Unternehmen hier wirklich? Wie zeige ich meine Organisations-Kompetenzen?

Das Gleiche gilt für folgende leere Worthülsen aus Stellenanzeigen: flexibel, teamfähig, belastbar, motiviert, engagiert, fleissig, kreativ. 

Fail 2:
Das Wichtigste am Lebenslauf ist,
dass er lückenlos ist.

Ein Tipp, den wir sehr oft gefunden haben. Doch was ist mit “lückenlos” eigentlich gemeint? Dass es zeitlich in meinem Werdegang keine Lücken geben darf oder dass dann im Dokument keine Lücke bei den Jahreszahlen sein sollte? Gemeint ist tatsächlich dein Leben.

Das ist natürlich Quatsch und eine “Lebenslauflücke” ist auch nicht mehr so ein Drama, wie es vor 10 Jahren noch war. Was hat sich geändert?

Die Welt und das Arbeiten wird flexibler, globaler und schnell-lebiger. Das führt dazu, dass es immer mehr Möglichkeiten gibt, die ich als Mensch zur Verfügung habe. Viele Jobwechsel, “Lebenslauflücken” durch Weiterbildungen und Auslandserfahrungen, das Ausprobieren von Selbstständigkeit und auch das Arbeiten an mehreren Projekten gleichzeitig finden sich immer häufiger im Lebenslauf. Und das ist gut so!

Versuche nicht “lückenlos” zu sein, sondern deine bunten Facetten durch einen roten Faden zu verbinden. Denn jede Geschichte und jedes noch so bunte Abenteuer mit Zick-Zack-Weg hat einen roten Faden. Der alles verbindet. Meistens ist es die Leidenschaft für etwas, z.B. Menschen zu helfen, Innovationen voran zu treiben oder sehr kreativ in einem Bereich zu sein. 

Fail 3:
Der Lebenslauf ist eine reine Faktensammlung
ohne persönliche Kommentare.

In diesem Tipp verstecken sich gleich zwei Fehler, die du vermeiden solltest! Sehe deinen Lebenslauf nicht als reine Faktensammlung! Der Lebenslauf ist nichts anderes als dein eigenes Selbstmarketing. Dieses Dokument präsentiert dich und “verkauft” dich und dein Können an Unternehmen.

Wäre es eine reine, objektive Faktensammlung, müssten alle Details zu deinem Werdegang mit rein. Doch alles liest ein Personaler eh nicht – deswegen fängt man an, nur das Wichtigste zu präsentieren. Und mit deiner Überlegung, was das Wichtigste ist, wird der Lebenslauf subjektiv und vermarktend.

Dieses Selbstmarketing wird in der Zukunft immer wichtiger. Nach und nach werden nicht nur Fakten und Jobstationen interessieren, sondern auch immer deine Motivation und das “Warum?” dahinter. Beides ist wichtig für das Erkennen deines Potenzials!

Wir empfehlen im Lebenslauf durch kurze persönliche Kommentare oder Begründungen deine Motivation mit zu teilen.

So wird aus einer objektiven Information wie “Weiterbildung für Datenschutz” eine persönliche Aussage: “Weiterbildung für Datenschutz als eigene Zukunftsinvestition”. 

Damit sagst du aus, dass du die Weiterbildung für dene Zukunft gemacht hast und bei dir das Thema Datenschutz einen wichtigen Stellenwert einnimmt.

Fail 4:
In der Regel genügen drei bis vier
Angaben bei "persönlichen Interessen".

Dieser Ratschlag kommt aus den alten Denkweisen und Richtlinien des Lebenslaufes. Hier hat der berufliche Werdegang einen hohen Stellenwert eingenommen und das private Leben war so gut wie nicht interessant für die Unternehmen – ein gewaltiger Fehler, der jetzt nach und nach korrigiert wird.

Für die heutige und auch zukünftige Arbeitswelt zählen neue Werte und die persönlichen Interessen sind oft der Bereich, der zeigt, wofür ein Mensch “brennt” und wo die Leidenschaften liegen. Unternehmen möchten wissen, was die Menschen motiviert, was sie antreibt und wo sie Spaß daran haben. 

Beruf und Freizeit vermischen sich immer mehr und das neue Ziel vieler Menschen ist es, eine Arbeit zu finden, die sie glücklich macht. Und auch Unternehmen haben erkannt: Glückliche und zufrieden Menschen arbeiten besser!

Am besten du benennst “persönliche Interessen” in “Nebenberufliche Projekte & Interessen” um und gibst deinen Hobbies, Leidenschaften und Motivationen mehr Raum. So wird vielleicht aus einem Wort “Reisen” das Projekt “Reisen in ferne Länder und das Schreiben eines Reiseblogs”, das man auch noch näher beschreiben kann. 

Im besten Fall haben deine privaten Projekte auch positiven Einfluss auf dein Berufsleben. Reisen in Ferne Länder und das Schreiben eines Blogs beinhalten viele Kompetenzen und Motivationsfaktoren, die im Beruf sicher eine Rolle spielen.

Fail 5:
EDV-Kenntnisse nur angeben, wenn sie für die angestrebte Stelle wichtig sind oder vorausgesetzt werden.

Z.B. Ein Handwerker, der gern in seiner Freizeit Webseiten programmiert, muss das nicht unbedingt angeben!

Unser letzter Old-School Tipp ist wahrscheinlich auch der älteste Tipp. Das merkt man allein an dem Wort “EDV” – elektronische Datenverarbeitung … 

Mittlerweile werden in jedem Beruf Daten elektronisch verarbeitet und in der Zukunft wird sich das noch viel mehr verstärken. Dabei geht es nicht mehr nur um die typischen EDV Kenntnisse wie Outlook, Powerpoint und Office & Co. Sondern es wird mittlerweile eine technische Affinität und eine gewisse Medienkompetenz in jedem Beruf gebraucht!

Selbst ein Handwerker wird nicht nur “elektronisch”, sondern eben digital, online, on-demand und Dinge erledigen. Dazu zählen zum Beispiel das Planen von Arbeitszeiten, Urlaubsanträge, Materialeinkauf, das Lesen von Plänen am Smartphone, Schreiben von eMails und die Benutzung von speziellen Apps.

Möchte ein Handwerker in Zukunft einen Job haben und auch dem Unternehmen zeigen, dass er sich a) weiterentwickelt, b) technisch affin ist und c) ein Handwerker der Zukunft ist, dann ist die Angabe wie Webseiten Programmierung, Führen eines kleinen Youtube-Channels oder das Hobby eine Drohne zu fliegen ein ABSOLUTES MUSS!

Wenn du dich gerade oder bald in der Bewerbungsphase befindest, überlege dir bei jedem Tipp, den du liest, ob dieser schon auf eine digitale und zukünftige Arbeitswelt angepasst ist. Überlege dir, welche Fähigkeiten, Interessen und Dinge, dich in einer zukünftigen Welt einzigartig machen und dir helfen einen guten Job zu finden.

Stefanie, Gründerin von Karriere-Hacks, hat auch so angefangen und zu Beginn ihrer Karriere mit ihrem bunten Profil mehr als 150 Absagen bekommen. Mit kleinen Änderung und dem richtigen Storytelling in ihrem Lebenslauf hat Sie zu ihren Traumjob gefunden. Hol dir jetzt kostenlos ihre Erfolgsgeschichte und die drei wichtigsten Storytelling-Hacks, die Stefanie angewendet hat, um ihre Chancen in der modernen Arbeitswelt enorm zu erhöhen! 

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Foto von Lucas by Pexels

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